"Mama, ich werde Dich nie verlassen"

(Gastbeitrag von Dorit Schnürpel)

Ich war gerade 4 Jahre alt, als ich mit meiner Mama durch die Stadt ging. Ich hatte die Angewohnheit, nicht sicher an der Hand meiner Mama fern von der Straße zu laufen. Ich lief lieber immer neben dem Fußweg, immer der Gosse entlang. Da kamen natürlich immer mal Autos, deswegen bat mich meine Mama auf dem Fußweg zu gehen. Sie hatte Angst das ich angefahren werde und mir etwas passiert, da sagte ich zu ihr: “Du brauchst keine Angst haben Mama, ich bleibe immer bei dir!”. Und so sollte es auch kommen. Einige Jahre später verliebte ich mich in einen jungen Mann, der mit seinen Eltern im gleichem Haus wohnte. Irgendwann heirateten wir, bekamen zwei Kinder, und wohnten bei seinen Eltern. Aber immer noch in dem Haus, wo auch meine Mama lebte. Natürlich wollten wir ausziehen, und in ein eigenes Leben starten. Aber immer wenn wir ein Wohnungsangebot hatten, passierte irgendetwas, und wir blieben wohnen. Später haben wir das Haus, in dem wir wohnten gekauft. Unsere Kinder hatten ihre Großeltern immer in der Nähe. Bald schon verstarben mein Papa, mein Schwiegervater und meine Schwiegermutter, und unsere Kinder wurden Erwachsen. Sie zogen in die Altbundesländer und ich wurde Oma. Nach 31 Ehejahren verlor ich meinen Mann. Mein Versprechen aber habe ich gehalten, ich bin meiner Mama erhalten geblieben, und nicht weg von ihr gegangen. Ich kann nicht behaupten das es für mich, mit Ü50 immer einfach ist, immer noch bei meinem Kosenamen genannt zu werden, da platzt mir schon mal der Kragen. Aber ich konnte mich nie abnabeln, und verblieb bis heute bei meiner Mama, so wie ich es versprochen hatte. Klar bleibt man immer das Kind seiner Mutter, und ich bin auch wirklich froh, das ich sie immer noch habe. Und wenn ich manchmal einfach nur weit weg von allem möchte, dann denke ich nach... Dann bin ich froh sie hier zu haben. Ich erinnere mich dann an das Gute im Leben , davon gibt es viele schöne Erinnerungen. Ich habe mein Versprechen gehalten, und meine Mama nie verlassen. Wir leben bis heute im selben Haus, sie in ihrer und ich in meiner Wohnung.

Korrektur und Überarbeitung
Irgendwas Abgespielt

7 Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben. irgendwie total rührend.
    Das versprechen hab ich meiner Mama nie gegeben und hätte ich das getan, dann hätte ich es bereits mit 18 gebrochen. Ich beneide aber immer die, die mit ihren Eltern so eine Bindung haben.

    Alles liebe

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  2. Hallo, ein sehr bewegender Post, der zum Nachdenken anregt.
    Meine Eltern wohnen wieder bei uns in der Nähe, jeder in seinem eigenen Haus.

    Liebe Grüße
    Bo

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  3. Das ist ein absoluter Traum ich wünschte ich hätte diese Möglichkeit

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  4. Ein absoluter Traum ich wünschte ich hätte diese Möglichkeit

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  5. Ein Traum ! Ich wünschte ich hätte die Möglichkeit

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  6. Ein schöner Post :)
    Ich habe mich abgenabelt und bin glücklich damit. Durch das weg von den Eltern wohnen habe ich sehr viel gelernt und ich stehe jetzt mehr auf eigenen Beinen.

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  7. Das finde ich toll das du deine Mutter nie alleine gelassen hast.
    Mein Vater ist vor ein paar Jahre auch gestorben und ich wohne in der Ortschaft wo meine Mutter wohnt und bin immer für sie da.

    Lg Jasmin

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