Die Geburt meiner Tochter und das hoffen danach...


05.01.2010 - 
Der Geburtstermin ist erreicht, nun heißt es jeden Tag zum Arzt, schauen ob alles okay ist. 
06.01.2010 - 
Alles unverändert.
07.01.2010 - 
Unsere Prinzessin macht es sich noch mal so richtig gemütlich.
08.01.2010 - 
Der Arzt sagt, ihr gefällt es in Mamas Bauch.
09.01.2010 - 
Ach Schatz, wie lange müssen wir denn noch warten. Mama ist so ungeduldig gewesen.

10.01.2010 morgens- Ein ganz normaler Morgen. Ehm, stopp! Ein fast ganz normaler Morgen! Ich bin durch schmerzen im Rücken aufgewacht. Ja klar, schmerzen im Rücken! Gemütlich gefrühstückt, angezogen und aufgeräumt. Ein Gang auf die Toilette, wo auf einmal ein wenig mehr Wasser aus mir kam als sonst. Mein erstes Kind, ich dachte mir nichts dabei. Der Tag verging, die schmerzen kamen ab und zu, waren auszuhalten.


10.01.2010 nachmittags- Die Schmerzen wurde von mal zu mal stärker. Das dies Wehen sind, darauf kam keiner. So haben wir Mama angerufen, die uns noch freundlich zum Kuchen einlud. Ja Mama, ich habe schmerzen im Rücken. Oh mein Kind, das sind Wehen. So sind wir also mit dem Taxi zu Mama, jetzige Oma gefahren. Die Wehen kamen unregelmäßig, und so naiv wie ich wahr, wusste ich natürlich auch nicht, das schon Fruchtwasser abgegangen ist. Dann habe ich eben noch ein Stück Kuchen gegessen. Doch plötzlich wurden die Schmerzen stärker. Einmal so stark, das ich mich aufs Sofa fallen lassen musste. Das war der Punkt an dem wir schließlich einen Krankenwagen riefen. Noch war ich relativ gelassen. Noch! Die Hebammen meinten, es wird noch dauern, und schickten den Papa deswegen weg. Dieser war aber so durch den Wind, das er bei Mama Klöße mit Pudding gegessen hat. Und ich war fortan allein.


10.01.2010 abends- So lag ich da, in einem kalten Raum, ohne wirkliches Licht, mit einer fremden und allein. Die Schmerzen wurden immer schlimmer und ich wusste nicht wie ich atmen sollte, was dazu führte das ich mich mehrmals übergeben konnte. Ich habe die Schwestern oft gerufen, doch immer hörte ich nur: "Das dauert noch!". Ich wollte nicht allein sein, das allein durchstehen. Doch das musste ich...


Total geschwächt und ohne Zeitgefühl, ging ich irgendwann in dieser Nacht ins Bad und bekam einen Schock. Überall Blut, und ich dachte unwissend an das Schlimmste. Sofort rief ich die Hebamme, die unfreundlich feststellte das es nun los geht. Ich lag also bis zum eigentlichem kommen meiner Prinzessin allein in einem Zimmer. Natürlich war es nun viel zu spät, den Papa herzurufen, und so kam dieser erst, nachdem ich unter den Schmerzen meines Lebens, Ängsten die keiner Beschreiben kann und total alleine eines der Schönsten Wunder dieser Erde geboren hatte. 

Doch ich bekam mein kleines Wunder nicht wie erwartet als erstes zu sehen, oder auf den Bauch gelegt. Nein, sie wurde sofort weg getragen. Eine Hebamme kam zu mir heran, und sagte mir, sie müssten die kleine erst mal Waschen, denn sie sei total grün. Oh Gott, warum ist mein Baby denn grün? Eine weitere, und sehr aufgeregte Hebamme kam heran, und schimpfte mit der die gerade mit mir sprach. Sie können ihr doch nicht erzählen, das ihr Kind grün ist! Ja aber wieso denn das nicht, es ist doch mein Kind? Das mein Fruchtwasser aufgrund der geringen Menge schon grün war, erfuhr ich erst aus dem Geburtsbericht. Ebenso das unsere Prinzessin sich die Nabelschnur um den Hals gelegt hatte, und dies eine sehr riskante Geburt war. Heut zu Tage frage ich mich, wieso ich das alles nicht sofort erfahren habe, vielleicht weil man mir keine Angst machen wollte. Aber dennoch wäre es für eine junge Mama wichtig gewesen, ein bisschen was davon erklärt zu bekommen.

Als unsere Prinzessin gewaschen und angezogen war, durfte ich einen kurzen Blick drauf werfen, und schon wurde sie wieder weg gebracht. In einen anderen Raum, in einen Kasten, weil sie leicht unterkühlt war. So lang ich da die nächsten zwei Stunden, wieder alleine. Zwar war der Papa irgendwann in dieser Zeit auch gekommen, total enttäuscht zu spät zu sein, aber irgendwie war ich trotzdem die meiste Zeit allein in diesem komischen Zimmer. Irgendwann hörte ich auf einmal jemanden weinen, und wurde ganz sentimental. Das war meine Schwester, die so los weinen musste als sie unsere Maus das erste mal sah. Ich hörte sie über den ganzen langen Flur, und wusste das unsere Prinzessin was ganz besonderes ist. Die Sonne war mittlerweile schon aufgegangen, als sie mir dann endlich meinen kleinen Spatz brachten, und uns zurück in mein Zimmer brachten. Die Hebamme sagte mir, ich sollte sie anlegen, damit sie trinken kann. Ich hatte damals gar keine Ahnung vom stillen, und tat was man mir sagte.

Endlich hatte ich sie bei mir, und gab sie gar nicht mehr her. Das stillen befand ich allerdings als komisch, denn die kleine hing nur an mir. Stundenlang hat sie getrunken, habe ich sie von mir gelöst fing die an zu schreien. Ich habe zu den Hebammen gesagt, das ich denke das sie nicht genug Milch bekommt, diese winkten aber ab, und gaben mir Tee für sie. Das würde reichen, sie hätte nur Durst. Natürlich glaube ich auch diesmal, denn ich war 19 Jahre und hatte überhaupt keine Ahnung von allem. Damals war es noch nicht üblich, das werdende Eltern sich alles aus unendlich vielen Büchern selbst beibrachten. Meine damalige Mitbewohnerin im Krankenhaus sagte irgendwann, das es nicht normal sein kann, das sie so lange und so viel trinkt. Das dachte ich auch, aber mir glaubte ja keiner. 

Nach zwei Tagen, die letzten Tests waren gemacht, ging ich nach Hause. Das Krankenhaus würde sich wegen den Ergebnissen der kleinen per Telefon melden. Zuhause besorgte ich mir erst mal eine Milchpumpe, und musste erschreckend feststellen, das kaum 10ml aus mir raus kamen. Das ist doch viel zu wenig. Ich versuchte es stundenlang, aber es kam einfach nichts raus. Sofort stieg ich auf Babymilch um, und bemerkte schnell das sie ruhiger wurde. Allgemein war sie sehr ruhig, fast schon zu ruhig. 

Eine ganze Nacht hatten wir unseren Engel zu Hause, bis eine schwere Zeit für uns begonnen hat. Der Anruf des Krankenhauses kam gegen Mittag, und die Nachricht machte uns Angst. Wir wurden angewiesen die Kleine sofort wieder ins Krankenhaus zu bringen. Dort erfuhren wir das durch einen Flüssigkeitsmangel das Blut viel zu dick ist. Deswegen war sie auch so schlapp und schlief fast nur. Also lag es doch daran, das sie nicht genug trinken konnte. Heute frage ich mich, wieso wurde das denn nicht beachtet? Ich habe doch klar und deutlich darauf hingewiesen. 
Sie kam in einen Kasten, und wurde an den Tropf angeschlossen. Plötzlich habe ich überall nur noch Kabel gesehen. Ich wurde gefragt ob ich mich auf der Geburtsstation einweisen lassen möchte, doch dies lehnte ich ab. Ganz einfach aus dem Grund, da ich Nachts und zu den Ruhezeiten, auf diese Station gehen hätte müssen, und nicht bei unserer Prinzessin bleiben hätte können. Mir war es lieber Nachts dann nicht allein zu sein, denn unsere Maus war auf einer ganz anderen Station. 

So begann für uns eine Zeit, die ich überhaupt nicht vermissen. Jeden Morgen ins Krankenhaus fahren, an ihrem Bett sitzen und hoffen das sich der Zustand verbessert. Jeden Abend nach Hause fahren, nachdem wir ihr gute Nacht gesagt haben, und sie vermissen. So ging es Tag ein, Tag aus. 

Glücklicherweise wurde der Zustand nach einer Zeit besser und es wurden immer weniger Geräte um sie herum. Sie war noch so Klein, und ich durfte sie nur mit Erlaubnis auf den Arm nehmen. Die ganze Anfangszeit, war einfach nicht wie sie sein sollte. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als der Arzt sagte: "Wir machen gleich einen Bluttest, wenn der in Ordnung ist, können sie ihr Kind mit nach Hause nehmen.!". Es hat ewig gedauert, bis das Ergebnis kam. Die Schwestern haben unsere Ungeduld bemerkt, und uns ein bisschen spazieren geschickt. Als wir wieder kamen, war auch das Ergebnis da. 

Endlich durften wir unsere Prinzessin, nach 3 Wochen mit nach Hause nehmen. Doch bis heute verfolgt mich diese Zeit, denn obwohl sie 7 Jahre alt und aufgeweckt wie ein Floh ist, schaue ich ob sie genug trinkt. 

Dadurch hatte ich auch die Möglichkeit richtig zu stillen. Denn aus Angst lehnte ich es bei jeder weiteren Geburt von Anfang an ab. Es ist zwar schade, aber mir ist es einfach wichtiger zu wissen, das die Kleinen wirklich all das bekommen was sie brauchen. 

Heute bin ich stolz auf meine kleine Kämpferin, die jeden Tag größer und schlauer wird. Sie ist ein Geschenk, und ich bin dankbar für jeden Tag, den ich sie an meiner Hand halten darf.


9 Kommentare:

  1. Ich habe richtig Gänse haut bekommen. Das Krankenhaus und die Leute dort haben wirklich kaum Ahnung gehabt. Schade und das geht immer auf Kosten der Kinder.
    Schön aber das es deiner Prinzessin jetzt gut geht :)

    Liebe Grüße
    Julia

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  2. Mir sind die Tränen gekommen ist echt schade das sowas immer auf die Kids ausgetragen wird.
    Gänsehaut pur und ich wünsche euch noch eine schöne Zeit mit der Kämpferin.

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  3. Hallo, ach ihr Armen, wie schlimm. Ich finde es gut, dass du darüber schreibst. Wenn es die erste Geburt ist weiß man vieles nicht und verlässt sich auf die Hebamme. Freue mich, dass deine Prinzessin wohlauf ist und sich gut entwickelt hat.

    Liebe Grüße
    Bo

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  4. Ganz ehrlich, kann dich sehr gut verstehen! Wie kann man so unfreundlich sein???Unverständlich für mich! Ich war 20 Jahre und auch Ärzte und Schwestern, die so unfreundlich waren! Nur das mein Sohn mit einer Behinderung zur Welt kam und es da keiner erkannt hat! Nach 3 Monaten Kinderklinik war ich fertig und die Diagnose Down-Syndrom stand fest! Er hat sich prima entwickelt! Es freut mich das sich deine so wunderbar entwickelt hat!
    lg Carmen

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  5. Unglaublich, ich bin fassungslos, wie du behandelt wurdest.. das ist doch nicht normal!!!!!

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  6. *schnief.. Tränen in den Augen und Gänsehaut...

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  7. Huhu meine Liebe..

    Ihr wart aber sehr lange im Krankenhaus. Selber war ich nur 3 Tage. Hatte einen Notkaiserschnitt, aber ich fühlte mich im KH einfach nicht wohl. Ich habe auch jeden Tag gebangt, dass ja nichts ist mit dem Kind. Bin froh, dass es eurer Maus inzwischen gut geht uns sie ein aufgewecktes Mädchen ist.

    Alles liebe

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  8. Wirklich schade das man dich im KH so behandelt hat.
    Das kann ich mir vorstellen das es schrecklich war deine kleine an lauter Kabel zu sehen.
    Es freut mich sehr das es ihr nun gut geht.

    Lg Jasmin

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  9. Ich bin total gerührt von deiner Geschichte!
    Zugleich geschockt von der Hebamme.

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