Keiner wollte es glauben, aber ich wusste es! / Eltern erzählen über ihre Sternchen / Deine Geschichte

Es begann damals alles damit, das ich aus meiner Wohngruppe abgehauen bin. Ich sagte denen auch das ich bei meinen Freund bin, und gerne meine Pille und Krankenkarte haben möchte für Notfälle. Meine alte Wohngruppe verweigerte es mir, meine Sachen auszuhändigen. Nun musste ich schauen wie ich zurecht kam. Nach einer Zeit kam es zu Geschlechtsverkehr mit meinem Freund. Wir benutzen Kondome um wenigstens etwas geschützt zu sein. Nach dem Sex hatte ich ein ungutes Gefühl. Was sich auch bestätigte: Das Kondom war gerissen ! In diesem Augenblick, ging eine Welt für mich unter. Ich dachte nur: Es darf nicht sein! Nein das kann nicht sein! Ich bin doch erst 16 Jahre alt! 
Dann kam der Tag, an dem mich die Polizei bei meinem Freund zuhause raus holte. Ich wollte nicht zurück! Als wir dann in der Wohngruppe ankamen, sagte ich das was passiert war! Keiner glaubte mir! Zwei Wochen später bekam ich einen Anruf: Eine KJP sagte ich könnte in zwei Wochen auf Station beginnen. Es war der Horror. Ich wusste nicht was ich tun soll! Der Tag der Aufnahme kam immer näher und näher. Wie sollte ich klar machen, das ich nicht dort bleiben will, aus Angst ich könnte schwanger sein. Nun war der Tag der Aufnahme da. Als wir in dem Raum saßen wo das Erste Gespräch statt fand,  traute ich mich zu sagen das ich eventuell schwanger sein könnte. Nach ein paar Tagen machten sie einen Test. Negativ! Aber ich wusste das es anders ist! Ich wusste das es viel zu früh war! Dann kam das erste Besuchswochenende und ich durfte 24 Stunden zuhause sein. An jedem Besuchswochenende haute ich von Zuhause ab. Ich wollte nicht da bleiben. Dann rückte meine Entlassung immer näher und ich gab nicht auf darauf zu bestehen schwanger zu sein! Die Konsequenz: ich sollte Medikamente nehmen um ruhig zu werden! 
Als ich dann entlassen wurde haute ich wieder mehrfacher​ ab. Bis ich eines Tages mit Schmerzen ins Krankenhaus kam. Die Ärztin sagte ich wäre in der 5. Woche und sagte dann es könnte weg gehen. Das war das schlimmste was mir passieren konnte. Ein Tag später am 29.01.2016 bekam ich Blutungen und da wusste ich: mein Sternchen hat mich verlassen ...
Mein Freund wollte dies erst nicht glauben. Aber ich versicherte ihm, ich habe es auf dem Ultraschall gesehen. Als ich dann aus der Wohngruppe auszog, kam ich vorübergehend zu bei meinem Freund unter. Er stand hinter mir und nahm mich in den Arm wenn ich weinte. Auf meine Frage warum er nicht weine sagte er: Ich will nicht weinen wenn du dabei bist und selbst weinst. Ich will erst mal für dich da sein. Und dann komme ich dran. Diese Einstellung hat er bist heute. Aber ich wusste an diesem 29.01.2016 nicht wie gemein Menschen zu einem sein können, während man in einer solchen Situationen sitzt. Nach einer Zeit, zog ich dann in eine andere Wohngruppe. Dort vertraute ich den Menschen an was passiert war. Meine Mitbewohnerinnen lehnten sich alle gegen mich auf, und erzählten immer rum ich würde erzählen ich sei wieder schwanger! Und da verlor ich das Vertrauen. Paar Monate später hatte ich ein Gespräch mit den Jugendamt, und der Wohngruppe. Ich las den Bericht den die Wohngruppe über mich schrieb darin stand: Denise berichtete uns am ......2016 von ihrer Fehlgeburt. Sie nennt sie Gina. Man weiß nicht was der Realität entspricht und was reine Fantasie ist. Da brach auch der Rest meiner Welt zusammen. Wie kann man als Mensch nur so gemein sein!
Wieder verlor ich vertrauen. Nur meinen Freund und meiner besten Freundin vertraute ich noch! Meine Beste Freundin sagt immer: ich bin endlich Patentante. Und schenkte mir zu Weihnachten das schönste Geschenk was man einer trauernden Mama schenken kann. Sie schenkte mir einen Schlüsselanhänger mit dem Namen meines Sternchens und einen kleinen Schutzengel. Meine Beste Freundin und mein Freund helfen mir bist heute durch die schwere Zeit. Bis heute ertrage ich es kaum schwangere zu sehen. Aber mein Freund lenkt mich ab wenn wir in der Stadt sind und er merkt "Oh sie hat eine Schwangere gesehen".  Und dafür bin ich dankbar. In einer solchen Situation ist es wichtig zu merken, wer wahre Freunde sind und wer ist nur da wenn es mir gut geht, und ich anderen helfen soll. Was ich nur sagen möchte, schweigt den Namen oder die Geschichte zu euren Sternchen nicht tot. Denn Euer Sternchen ist leider tot und deshalb müssen wir Sterneneltern die Namen unserer Kinder, oder die Geschichte dazu erzählen. Denn die Gesellschaft ist bis heute, sehr verklemmt und findet Sternenkinder sind ein Tabuthema!

Geschrieben von Denise und ihrer kleinen Gina <3

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2 Kommentare:

  1. Wie Traurig..... Sehr schön geschrieben, so rührend und das tut mir immer selber so weh.... War mit 17 das erste Mal Schwanger. Das ist jetzt genau 10 Jahre her und habe das kleine Wesen im 4 Monat verloren....Ich weiß also, wie man sich in solch einer Situation fühlt.

    Alles liebe

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  2. Es tut mir so leid das alles zu lesen. *Träne weg wische*
    Du musstest einiges einstecken. Finde es klasse, dass du den Mut hast darüber zu reden. Hut ab!
    Ich finde jeder sollte offen mit dem Thema umgehen. Gehört doch zum Leben dazu. Gina war/ist ein Teil von dir.
    Der Anhänger ist eine ganz tolle Sache. Eine tolle Freundin hast du da und auch dein Freund ist klasse.

    Wünsche Dir alles Gute für die Zukunft und das du das Vertrauen in die Menschheit nicht gänzlich verloren hast.

    Liebe Grüße Nicole

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